Deutsche Außenpolitik – „Der Knoten zieht sich zu“ (mit Jörg Lau)
Shownotes
Vor zwei Jahren war Jörg Lau der allererste Gast von „Pod und die Welt" – damals ging es um den Zustand der deutschen Außenpolitik. Zwei Jahre später hat sich die Lage noch einmal zugespitzt: Russlands eskalierender Krieg in der Ukraine, der Rückzug der USA aus Europa, ein Kanzler, der als „Außenkanzler" antrat und nach der verlorenen Wahl um einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat schon als „Draußenkanzler" bezeichnet wird. Dazu ein vereitelter Drohnenanschlag auf den Flughafen Leipzig-Halle – und die Frage, was es bedeutet, wenn die Bundesregierung erstmals offen ausspricht: Wir werden von Russland angegriffen.
Auf den angespannten Zustand der deutschen Außenpolitik blicken Martin Bialecki und Katharina Peetz in dieser Jubiläumsfolge von „Pod und die Welt" mit Jörg Lau, außenpolitischer Korrespondent der ZEIT in Berlin.
NEU: Auf dem Cover der Folge sehen Sie jetzt immer schon direkt, ob wir den spezifischen Deepdive machen – also REINZOOMEN – oder ob wir eher den größeren Bogen spannen, also RAUSZOOMEN.
Gast: Jörg Lau, außenpolitischer Korrespondent der ZEIT in Berlin und Kolumnist für die Internationale Politik
Links und Empfehlungen aus der Folge: Pod und die Welt. Das außenpolitische Update: „Deutschlands Außenpolitik im Praxischeck (mit Jörg Lau)“, Internationale Politik, 6. September 2024.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Es ist eine sehr angespannte außenpolitische Lage und hinzukommt, eine innenpolitische Verunsicherung die unglaublich hemmend auf die Akteure wirkt in diesen Konflikten voranzugehen.
00:00:11: Das ist im Vergleich zu vor zwei Jahren eine deutliche Intensivierung der Lage.
00:00:17: Eine neue Staffel von POT und die Welt geht an den Staat.
00:00:20: Wir freuen uns sehr, dass Sie wieder dabei sind.
00:00:22: Vieles ist geblieben, manches ist neu.
00:00:24: Fangen wir mit dem Bekannten-und Vertrauten an!
00:00:26: Wir hosten alle zwei Wochen diesen Podcast zu außenpolitischen Themen wie das sind Katharina Peetz ich bin freie Journalistin mit Schwerpunkt auf internationale Politik Und
00:00:35: Martin Bielecki.
00:00:36: Ich bin Chefredaktor der Zeitschaft Internationale Politik, zu der dieser Podcast gehört.
00:00:41: Hörerinnen und Hörern, die uns schon länger kennen wissen es.
00:00:44: Wir besprechen ihr Themen aus dem Bereich Außenpolitik und Internationales immer mit einem Gast.
00:00:49: Und manchmal tauchen wir dabei tief in ein bestimmtes Thema oder eine bestimmte Region ein.
00:00:54: Manchmal diskutieren wir aber auch eher über die größeren Zusammenhänge – und damit sind wir bei einer Neuerung dieses Podcasts!
00:01:00: Auf dem Cover der Folge sehen Sie jetzt immer schon direkt ob wir den spezifischen Deep Dive machen also… Reidensoumen oder ob wir eher den größeren Bogen spannen, also Raussoumen.
00:01:11: Also
00:01:11: ab sofort wissen Sie noch genauer was sie hier erwartet und wer sich hier erwartet.
00:01:15: das wissen Sie schon.
00:01:16: heute ist das Jörg Lau Außenpolitischer Korrespondent von der Zeit.
00:01:20: Hallo Herr Lau schön dass ihr da sind!
00:01:21: Hallo freue mich wieder hier zu sein.
00:01:27: Liebe Herr Lau mit Ihnen können wir uns gleich einen Überblick über den aktuellen Zustand der deutschen Außenpolitik verschaffen bevor wir aber ins Gespräch einsteigen.
00:01:36: Treue Pott und die Welthörende werden sich vielleicht noch erinnern.
00:01:39: Jörg Lau war unser allererster Gast hier im Podcast, das ist man kann es wirklich kaum glauben – jetzt fast auf den Tag genau zwei Jahre her!
00:01:47: Das ist also heute so eine Art Jubiläumsfolge zum zweiten Podcast Geburtstag.
00:01:51: umso schöner dass sie wieder mit dabei sind.
00:01:54: Sie beobachten das außenpolitische Handeln der Bundesregierung schon seit vielen Jahren.
00:01:58: Wir sind jetzt so ein bisschen in Geburtstagsfeierlaune, wenn wir aus der herausschauend auf die Bundespolitik... wie würden sie das einschätzen?
00:02:05: Fehlt es Ihnen da gerade ein bisschen am Rund zu feiern in außenpolitischen Belangen?
00:02:10: Ja allerdings ich sehe eine wahnsinnig große Anspannung einmal durch Krisen, die klassischerweise außen politische Krisen sind.
00:02:19: Krieg der USA gegen Iran, wo nicht absehbar ist wie das ganze enden soll.
00:02:25: Die Konfrontation mit Russland in der Ukraine geht weiter.
00:02:29: auch da ist nicht klar wie dieser Konflikt enden so und so weiter.
00:02:34: es ist eine sehr angespannte Außenpolitische Lage und hinzu kommt eine innenpolitische Verunsicherung die unglaublich hemmend auf die Akteure wirkt in diesen Konflikten voranzugehen Und das ist im Vergleich zu vor zwei Jahren, finde ich noch mal eine deutliche Intensivierung
00:02:52: der Lage.
00:02:53: Friedrich Merz war ja kaum als Kanzler angetreten, da ist er schon vom möglichen bisschen vor schnell als Außenkanzler betitelt worden.
00:03:00: Also dass er einen Schwerpunkt auf Außenpolitik legt, auf internationaler Diplomatie hat er zum Beispiel gleich in den ersten Amstragen direkt mehrere Aushandsreisen unternommen.
00:03:08: Das haben wir neulich in ihrer Zeitung in der Zeit gelesen und einen schönen Kommentar mit dem Wortspiel des Draußenkanzlers nachdem Deutschland nämlich bei der Wahl um ein nichtständigen Sitz bei den Vereinten Nationen verloren hat Wie bewerten Sie denn das außenpolitische Geschick von Bundeskanzler Friedrich Merz?
00:03:25: Also ich finde, dass er erstmal grundsätzlich die richtige Orientierung hat was die Einschätzung der Gefahren für Deutschland angeht.
00:03:34: Da fand ich ihn sehr klar in der Frage Russland Ukraine und Ukraine Unterstützung.
00:03:40: Seine erste Reise war da ein deutliches Zeichen, ich fand ihn auch sehr klar über die Irritationen im transatlantischen Bündnis.
00:03:49: das ist für ihn ja eigentlich ein sehr schwieriges Thema weil er sich immer als Atlantiker begriffen hat und ins Amt gekommen ist mit diesem Gefühl, naja das wird schon nicht einfach mit Donald Trump aber wenn es einer regeln kann dann doch wohl ich der Erfahrung in Amerika hat.
00:04:06: Der gut Englisch spricht eben nicht.
00:04:08: Angela Merkel ist auch noch ein wichtiger Punkt.
00:04:11: Das war sicherlich ein Gedanke mit dem er in diese Begegnung mit Trump gegangen ist Und da geht eigentlich gar nichts im Moment.
00:04:19: Also das ist ein Zerwürfnis, wie wir es noch nie hatten.
00:04:22: Ich finde auch dass er interessante Korrekturen gemacht hat bei der Nahost-Politik die ich nicht auf dem Zettel hatte also sehr kritisch gegenüber der Regierung Netanyahu agiert hat Und so finde ich das Koordinatensystem, indem er agiert.
00:04:39: Das ist eigentlich ziemlich gut!
00:04:41: Es gibt wie auch in der Innenpolitik das Problem dass er oft Ankündigungen macht, unvorsichtige Äußerungen macht und sich dadurch Unterzugzwang bringt den er dann nicht erfüllen kann.
00:04:52: aber Ich bin da etwas gnädig gestimmt muss ich sagen weil ich kann mich an keine Zeit so multiple Herausforderungen innen und außen erinnern, wie jetzt.
00:05:03: es schürzt sich wirklich da ein Knoten zusammen.
00:05:10: Jetzt haben sie schon mehrmals auf die innenpolitische Lage auch angespielt.
00:05:15: Wie stehen jetzt?
00:05:15: kurz, wir zeichnen heute auf am eintrachtigsten August kurz vor einer Landtagswahl im Sachsen-Anhalt des Folgen noch weitere Landtages und regionale Wahlen?
00:05:22: Inwiefern würden Sie sagen ist da einfach die Außenpolitik auch ins Hintertreffen geraten?
00:05:27: oder wie viel spielt sie auch bei diesen internen Koalitionsstreitigkeiten und bei eben den innenpolitischen Wahlkämpfen eine Rolle?
00:05:34: Die spielt eine sehr große Rolle, denn ein Markenzeichen der AfD ist ja und vielleicht auch ein Vorteil für sie bei diesen ostdeutschen Wahlen.
00:05:43: Dass Sie diese sehr, ich möchte mal sagen Russland freundliche Haltung einnehmen beziehungsweise die Kriegsängste ganz stark aufnimmt in der Ostdeutsch Bevölkerung Und die jetzige Regierung genau wie Teile der Linken das machen in der Richtung angreift die Kriegstreiber sein und uns in gefährliche Konfrontationen reinziehen, gerade durch diese Unterstützung der Ukraine.
00:06:07: Das wird sicherlich auch heftig befördert russischerseits durch Propaganda und auch durch Aktionen, mit denen wir jetzt im Moment umgehen müssen wie dieser gescheiterte Angriff auf den Flughafen Leipzig-Halle der auch geeignet ist dieses Narrativ zu stärken.
00:06:24: Die Unterstützung der Ukraine zieht uns in eine immer direktere Konfrontation mit Russland.
00:06:30: das ist der Spin der AfD und das ist natürlich für die jetzige Regierung Ein wirklich schwieriger Punkt, damit umzugehen und bei ihrer Konsequenzenhaltung zu bleiben.
00:06:41: Und dafür möglicherweise eine Abstrafung bei den ostdeutschen Wahlen in Kauf zu nehmen.
00:06:46: also das ist eine Verknüpfung von Innen- und Außen die in dieser Form auch sehr neu ist.
00:06:52: Das hängt ja wirklich alles mit allem zusammen.
00:06:53: gerade wir wollen gerne nachher nochmal ein bisschen genauer auf Russland und das Baltikum etc.
00:06:58: gucken noch einen Moment bei der Innenpolitik bleiben, die ja auch so ganz trennscharf gar nicht ist von der Außenpolitik und über die Haushaltslage sprechen.
00:07:05: Das ist für alle ein großer Hemmschuh gerade in allen Bereichen.
00:07:09: Es gibt massive Einsparungen, die treffen die Entwicklungszusammenarbeit unter anderem.
00:07:13: stattdessen wird eben ganz viel Geld.
00:07:14: Sie haben es schon gesagt in die Verteidigung gesteckt und werden neue Schulden dafür aufgenommen.
00:07:18: Ist das denn aus Ihrer Sicht die richtige Prioritätensetzung?
00:07:22: Ja,
00:07:22: ich halte das für richtig und notwendig.
00:07:24: Das ist eine nachholende Modernisierung unserer Streitkräfte nach vielen Dürrejahren.
00:07:30: Das Problem ist allerdings dass Friedrich Merz sich da selbst eine Falle gestellt hat in dem er vor der Wahl im Wahlkampf immer wieder so geriert hat man kann diese Aufwendung die er damals schon für nötig gehalten hat, irgendwie mit Einsparungen beim Bürgergeld oder einem Wirtschaftsaufschwung der dann schon irgendwie kommen wird auffangen und Schulden ausgeschlossen hat.
00:07:55: Ich fand es schon im Wahlkampf unseriös.
00:07:58: Er hat sich sozusagen selber in diese Lage gebracht, dass er jetzt als der Kanzler des Wortbruchs angegriffen wird von denjenigen die daran hingen das er für solide Haushaltführung steht.
00:08:08: ich finde hätte die Öffentlichkeit darauf vorbereiten müssen dass wir in einer besonderen Lage sind und dass jetzt außergewöhnliche Aufwendungen nötig sind.
00:08:18: Stattdessen sind wir jetzt in der Situation, dass die notwendigen Reformschritte in der Innenpolitik also Stichwort Rentenreform und diese Dinge immer wieder aufgerechnet werden mit dem scheinbar endlosen Geld das für die Rüstung da ist.
00:08:31: Das ist ein Konflikt, der ohnehin da wäre.
00:08:34: ich finde nur dieser Regierung hat sich in eine denkbare schlechte Ausgangsposition gebracht um in dieser Debatte zu bestehen.
00:08:41: Und diese Aufrechnung, die Sie ansprechen – das hat Merz ja selbst jetzt am Wochenende im Sommerinterview mit der ARD ein Stück weit noch mal gemacht.
00:08:48: In dem er gesagt hat naja wir müssen uns eben verteidigen.
00:08:50: und was hilft uns Elterngeld wenn wir am Ende eben die Bundeswehr unterfinanziert haben?
00:08:54: Inwiefern zahlt man also auch als Kanzler Merz darauf ein dass es diese Spaltung gibt oder dieses?
00:09:01: Wir müssen Geld dafür in die Außenpolitik stecken und deswegen uns impolitisch wegnehmen.
00:09:05: Ich finde diese Aufrechnung ganz schlecht.
00:09:08: Natürlich wird es Ressourcenkonflikte geben und man kann nicht alles endlos finanzieren, das ist eine Tatsache.
00:09:15: aber dass man dabei mitspielt Elterngeld gegen die Aufrüstung auszuspielen ist wirklich selbst schädigend.
00:09:22: ich finde man kann auch sagen unser funktionierender Sozialstaat ist auch Teil unserer Resilienz weil er die Zustimmung zu dieser freiheitlichen Demokratie mit sichert.
00:09:34: Und deshalb können wir auch nicht bestimmte Gruppen einfach abhängen oder ungerecht bei den Zumutungen sein und sagen ja, was nützt uns das alles wenn wir nach außen hin unsicher sind?
00:09:47: Das ist zu grob argumentiert!
00:09:49: Wir stehen wirklich vor einer neuen Situation.
00:09:51: wo man Sicherheit und Resilienz, gesamtgesellschaftlich denken muss unterspielt in meinem Blick eben auch die Zustimmung zu einem gerechten sozialen Staat eine Rolle.
00:10:08: Schauen wir mal auf die Ukraine.
00:10:11: Als wir vor zwei Jahren gesprochen haben in diesem Podcast, da haben wir auch über den Zustand der deutschen Außenpolitik generell gesprochen damals noch unter Chancellor Scholz und dann haben sie gesagt eines der zentralen Probleme sei das nicht klar formuliert wird was denn eigentlich die Perspektive sein soll für die Ukraine.
00:10:26: jetzt dauert dieser Krieg ja nicht nur an sondern die russischen Angriffe werden immer heftiger.
00:10:31: Auf deutscher und europäischer Seite wird zwar die Solidarität mit der Ukraine bekundet, aber was würden Sie sagen?
00:10:36: ist die Perspektive für die Ukraine aus deutscher Sicht inzwischen klarer?
00:10:40: Also es gibt ja eine Menge Unehrlichkeit in der Diskussion.
00:10:45: Der Ukraine wird ein EU-Beitritt versprochen und zugleich heißt das NATO da geht eigentlich Nichts.
00:10:54: Wie das beides zusammengehen soll, dass ein Land weil es gefährdet ist durch Russland nicht in die NATO kommen kann aber zugleich dann irgendwann der EU angehören kann ist mir nicht ersichtlich.
00:11:05: ich sehe da einen Widerspruch dazwischen.
00:11:08: Ich finde aber, es hat sich mittlerweile so sehr gedreht dass ja eigentlich die Notwendigkeit auf unserer Seite immer stärker gesehen wird das wir die Ukraine brauchen.
00:11:18: Wir brauchen die Ukrainer als Partner ganz praktisch der jetzt die Ostflanke der NATO beschützt indem er die Russen zurückhält und wir brauchen die Ukraine als innovatives Rüstungsland Das versteht wie man einen modernen Krieg heute führt, von dem wir lernen müssen.
00:11:36: Zum Beispiel bei der Drohnenabwehr und so.
00:11:38: Da geht natürlich nichts ohne die Erfahrung der Ukraine!
00:11:41: Insofern hat sich da etwas umgekehrt.
00:11:43: Es ist nicht so, dass die Ukraine jetzt unbedingt eine ganz klare Zugehörigkeit zu Europa oder zur NATO braucht sondern wir müssen dafür sorgen das dieses für uns existenziell wichtige Land nicht untergeht und dann wird sich alles weitere klären.
00:12:00: ich bin eigentlich ganz froh dass die Diskussion über NATO und über die EU ein bisschen auf dem Backburner ist.
00:12:07: Das ist ne Theorie-Debatte.
00:12:09: Wir müssen über diesen Winter kommen.
00:12:11: Die Ukraine muss über diesen Winter kommen, der ganz schrecklich wird.
00:12:14: Weil die Russen ja schon ankündigen dass sie massiv die Infrastruktur kaputt schießen werden und die wollen Teile der Ukraine entvölkern.
00:12:21: Da müssen wir rüber und dann kann man im nächsten Jahr da es den Russen auch nicht so gut geht an der Front vielleicht zu einem Punkt kommen wo Verhandlungen möglich werden Und alles weitere ergibt sich daraus.
00:12:35: Da würde ich noch mal kurz nachfragen, erlaubt wir müssen über den Winter rüber.
00:12:38: Sehen Sie da ausreichend Anstrengungen und wenn ja von welcher Seite?
00:12:42: Weil was sie sagen ist ja nun kein Geheimwissen, das ist eigentlich klar dass die Rusten auch darauf angewiesen sein werden.
00:12:48: aber gibt es da Anzeichen, dass das passiert?
00:12:52: also Es gibt Bewegung in der Frage Flugabwehr.
00:12:56: Das ist sehr wichtig.
00:12:57: Es werden die letzten Patriots Die man irgendwo finden kann zusammengekratzt, um sie in die Ukraine zu schicken.
00:13:06: Das halte ich für gut.
00:13:07: Es hätte man längst solider organisieren müssen aber durch die vielen ballistischen Raketen die Dosen einsetzen ist das jetzt angekommen.
00:13:15: dass es Tagesordnungspunkt Eins ist und dann gibt es auch Bewegung finde ich sehr interessant.
00:13:21: bei der Technologie Kooperationen in Sachen Long Range Fires also Crews Missiles Raketen Bau.
00:13:28: die Briten und die Franzosen gehen da einen neuen Weg, indem sie ihre Technik die in den Storm-Shadows und den Sculpe Coos Missiles deklassifizieren und der Ukraine ermöglichen.
00:13:41: Ihre eigenen Fähigkeiten da aufzubauen das dient natürlich auch dazu die Russen dazutreffen wo diese Angriffe herkommen ja also bei den Rüstungsfabriken bei den Raketenstellungen usw.. Also es tut sich da etwas.
00:13:56: wir bewegen uns aber auch auf eine wirklich gefährliche größere Eskalationsbereitschaft auf allen Seiten zu.
00:14:04: Also wir sehen das durch die immer kühneren Anschlagspläne, die auch hier in Deutschland offenbar werden.
00:14:11: Wir sehen es durch die Rhetorik und ganz praktisch durch den Dauerbombat-Mond der Ukraine.
00:14:17: Das wird sehr schwierig dieses nächste Jahr.
00:14:20: größere Eskalationsbereitschaft, sagen Sie.
00:14:23: Und Sie haben es jetzt gerade noch mal angesprochen und haben eben schon den Drohnenvorfall am Leipziger Flughafen erwähnt.
00:14:28: also auch in Deutschland merken wir ja dass dieser Krieg Auswirkungen hat direkte und eben nicht nur indirekte.
00:14:35: bei dem Vorfall mit den Sprengstofftonen war zunächst nur von sogenannten fremden Mächten die Rede.
00:14:40: kaum jemand hat geglaubt das ist eben nicht um Russland geht.
00:14:43: ich habe es eben gesagt es ist jetzt der ein dreißigste August.
00:14:45: was würde passieren wenn Man Russland klar benennt als Urheber dieses versuchten Anschlags.
00:14:52: Und wie würde sich das auf die diplomatischen Beziehungen der Bundesrepublik zu Russland auswirken?
00:14:57: Dann bringt man sich natürlich in Zugzwang, weil damit dann die Erwartung steigt, dass jetzt auch Gegenmaßnahmen erfolgen und das ist ja im Übrigen schon angekündigt worden.
00:15:08: Bevor das Wort Russland viel noch als noch von Fremdenmächte die Rede war hat Bundeskanzler Merz schon gesagt sie werden dafür bezahlen.
00:15:16: Und das kann viel verschiedenes heißen.
00:15:18: Natürlich wird es irgendwelche Sanktionen geben, Ausweisungen von Diplomaten, möglicherweise Aktionen gegen die Schattenflotte.
00:15:26: vielleicht wird man noch mal darüber reden ob man nicht doch an die russischen Vermögen herangehen kann in der EU-Lagern.
00:15:34: Bergin sperrt sich immer noch dagegen.
00:15:36: aber vielleicht kann man diese Diskussion neu entfachen.
00:15:40: und dann gibt es eine ganze neue Ebene an die sich die Bundesrepublik erst so gerade herantastet.
00:15:46: Das sind Aktionen auf der geheimdienstlichen Ebene, wo wir Russland Kosten zufügen, Schmerzen zufügen wie das bisher der BND noch nicht durfte.
00:16:00: Es kann sich um Cyberattacken handeln es kann sich Beschlagnahme von Kryptorvermögen und solche Dinge handeln.
00:16:09: Da bewegen wir uns wirklich in ein neues Feld hinein.
00:16:12: Deshalb glaube ich, ist das tatsächlich ein bedeutsamer Moment wenn die Bundesregierung sagt Wir werden von Russland angegriffen.
00:16:20: Wir haben das bisher immer nur sozusagen vermittelt über die Ukraine gedacht.
00:16:26: Indem die Ukraine angegriffene wird ist auch die europäische Sicherheitsordnung angegriffenen damit auch wir.
00:16:33: Wenn wir nun hier Klarheit darüber haben, dass zumindest versucht wurde einen großen Anschlag direkt in Deutschland zu verüben.
00:16:42: Dann sind wir auf einem neuen Level.
00:16:44: Wenn man über Russland spricht und über Bedrohungslage muss man auch über das Baltikum sprechen.
00:16:48: Nun macht er das Baltikum der NATO schon länger Sorgen?
00:16:51: Und es hat lange geheißen eine russische Operation Stiege womöglich bevor.
00:16:55: Das wird sehr verschieden bewertet.
00:16:57: Herr Lauf wie sehr muss man sich den Sorgen machen und was wäre denn zu tun mit Blick auf das Balticum?
00:17:01: Also interessanterweise sind die baltischen Staaten bemüht, diese aufgeregte Diskussion bei uns manchmal ein bisschen tiefer zu hängen.
00:17:10: Weil sie sagen zurecht Leute wir sind schon vorbereitet Wir leben mit dieser Gefahr schon seit Jahren ist es sehr gut dass ihr jetzt auch darauf achtet und das ihr uns auch unterstützt.
00:17:22: aber bitte redet es nicht herbei so ungefähr kann man das deuten wie sich dort die geheimdienste öffentlich äußern.
00:17:30: Deshalb bin ich auch nicht so beunruhigt über dieses Gebet, genauso wie bei Finnland.
00:17:36: Finnland setzt selbst klare Zeichen der Abschreckungsfähigkeit und deshalb halte ich da es für unwahrscheinlich dass da jetzt unmittelbar etwas passiert.
00:17:49: Bild, was Sie von der NATO zeichnen.
00:17:51: Das ist ja relativ optimistisch eigentlich und wir diskutieren aber spätestens seitdem Donald Trump im weißen Haus sitzt auch immer wieder darüber wie geschlossen die Nato sind und vor allem wie sehr können sich die Natostaaten auf den größten Verbündeten in die USA eben verlassen?
00:18:05: Sie haben es eben kurz erwähnt Friedrich Merz und Donald Trump.
00:18:08: das Verhältnis ist womöglich besser als das so Angela Merkel Aber man hat ja trotzdem eine gewisse Eiszeit, die man jetzt schon längerer Zeit eigentlich beobachtet.
00:18:17: also inwiefern Ist das deutsche Verhältnis zu den USA gerade hilfreich?
00:18:27: Einerseits natürlich beunruhigend.
00:18:30: wie überhaupt die Haltung Donald Trumps zur NATO, er hat ja wirklich alles getan um die Abschreckungsfähigkeit der NATO zu unterminieren.
00:18:38: Er hat die NATO selbst ein Papiertieger genannt und er hat immer wieder klar gemacht dass er sich nicht für die europäische Sicherheit zuständig fühlt.
00:18:45: Das hat aber paradoxerweise dazu geführt das innerhalb der NATO deutliche Zeichen gesetzt werden und ich finde auch auf der deutschen Seite ist es nicht schlecht dass man sich von dieser etwas bequemen Haltung ja die Cavalry wird schon kommen und die Amerikaner werden sich schon für unsere Abschreckung zuständig fühlen, runtergekommen ist.
00:19:07: Und immer mehr dazu übergeht zu sagen wie können wir diese NATO retten stützen europäisieren?
00:19:14: Wie können wir indem wir mehr Verantwortung übernehmen dafür Sorge tragen das nicht kaputt geht dieses Bündnis.
00:19:23: Optimistisch würde ich nicht sagen, dass ich bin aber ich finde diese Bewegung überfällig und auf.
00:19:31: paradoxerweise hat Donald Trump da etwas Hilfreiches bewirkt.
00:19:36: Man hat ja trotzdem den Eindruck das Europa einfach nicht schnell genug die Konsequenzen zieht aus dem Rückzug der USA.
00:19:43: Dass der Fußabdruck der Amerikaner in Europa kleiner werden wird ist ja völlig unbestritten.
00:19:47: Stichwort mehr Eigenständigkeit, mehr Tempo
00:19:48: etc.,
00:19:49: dass die Europäer da irgendwie Wenn ich sagen den Schuss nicht gehört haben, aber einfach zu langsam sind aus Ihrer Sicht richtig oder falsch?
00:19:57: Das ist so.
00:19:58: Die EU nimmt Tempo auf fühlt sich immer stärker zuständig.
00:20:03: also zum Beispiel bei der Drohnenabwehr gibt es eine EU-Initiative, d. h., Drohnernwahl.
00:20:08: die europäischen Nationen koordinieren sich sehr viel besser gerade im Angesicht dieser fehlenden transatlantischen Abstimmung.
00:20:16: Aber es geht natürlich nicht schnell genug, das ist immer noch ein Desiderat.
00:20:22: Gibt es zum Abschluss?
00:20:23: Sie haben es am Anfang gesagt also keine Feierlaune und die Lage ist ausm politisch sehr ernst.
00:20:28: gibt es trotzdem was wenn schon nicht der Zustand der NATO dass sie gerade außenpolitisch optimistisch stimmt?
00:20:33: Also ich finde, dass unsere deutsche Wiederaufrüstung eine wirklich gute Initiative ist, die auch in Europa vielen Nachbar-Nationen einen gewissen Halt gibt.
00:20:45: Und in Deutschland kommt Europa da nicht voran, das ist auf jeden Fall eine positive Nachricht und ich finde auch dass das Gespräch zwischen Frankreich und Großbritannien und Deutschland positiv ist.
00:20:57: Ich würde mir wünschen, dass Polen dabei noch eine viel aktivere Rolle spielt als sehr, sehr wichtiges und starkes Land, das Russland und der russischen Gefahr noch viel näher ist.
00:21:08: aber das finde eher positiv in den letzten Jahren.
00:21:12: Und das ist wiederum etwas, was Donald Trump unwillkürlich auch mit angeschoben hat durch seine
00:21:19: Unberechenbarkeit.".
00:21:35: Damit sind wir wieder bei etwas Altbekanntem in diesem Podcast.
00:21:38: Zum Ende einer jeden Folge tauschen wir uns noch mal kurz über das Gespräch aus, welche Gedanken regen besonders an und klingen nach?
00:21:45: Ich
00:21:45: fange mal an!
00:21:46: Ich fand es ein sehr schönes Gespräch mit Jörg Lau, weil ich finde, dass er einfach einen sehr ausgeruten Blick auf die großen Zusammenhänge hat.
00:21:55: das hat gut diesen Überblick noch mal zu bekommen.
00:21:58: Spannend eben auch der Vergleich jetzt zur Folge von vor zwei Jahren, wenn man sich noch einmal vergegenwärtigt was hat sich seitdem eigentlich schon alles getan und wo hat sich vielleicht auch wenig verändert?
00:22:07: Sehr gut und wichtig fand ich also.
00:22:10: einmal ist natürlich klar geworden die Außenpolitische Lage ist ernst aber dass er nochmal rausgearbeitet hat wie sehr inzwischen eben Außenpolitik und Innenpolitik zusammenhängen und zwar nicht nur dass sie sich vielleicht ein Stück weit hemmen sondern auch Dass er gesagt hat, ein funktionierender Sozialstadt ist eben auch etwas, wofür wir Verteidigung betreiben.
00:22:28: Also dass man das nicht nur gegeneinander aufwiegt.
00:22:31: die Dynamik mit der Ukraine wie sie sich gewandelt hat, dass wir sie jetzt viel stärker brauchen und eben auch als Innovationsgeber sehen Und das Verhältnis zu Trump Das ist natürlich auch hilfreich nochmal sich vor Augen zu führen, dass da doch auch einiges angestoßen wurde Auch wenn es vielleicht unbequem war.
00:22:48: Martin Wie ging's dir?
00:22:49: Ich fand das auch ein sehr, wie du gesagt hast, Katharina, ausgeruhtes Gespräch.
00:22:54: Aber da hat der jemand schon ... Große Sorgen, das schürzt sich ein Knoten zusammen hat er gesagt.
00:22:59: Und der Schildert jetzt zum Ende dieses Sommers eine Situation in der viele Entwicklungen sich durch Drängen überlagern und eine Gesamtsituation herstellen die glaube ich wirklich Anlass zu größerer Sorge gibt.
00:23:10: Leipzig oder Donenfund ist wirklich ein Game Changer.
00:23:13: Das Ganze wäre – und es ist ja in vielen unserer Podcastfolgen ein Thema gewesen – für mich immer wieder bezeichnet diese Frage der Kommunikation und der Ehrlichkeit der Bevölkerung gegenüber dass eben an der Wiege dieser Situation, wenn man das so sagen darf schon viele Geburtshelfer stehen und die einfach am Anfang nicht klar gesagt haben was passieren kann und passieren wird.
00:23:31: Und die eine Bevölkerung nicht so mitgenommen und eingebunden haben wie das möglich gewesen wäre.
00:23:36: kannst du das Wort Bruchs?
00:23:38: hat er das genannt und eben einen Summenstrich drunter gezogen mit einer denkbar schlechten Ausgangslage jetzt vor diesem Winter durch den wir irgendwie in Sachen Ukraine gemeinsam durchkommen müssen.
00:23:49: Also kein Grund zum Feiern, obwohl es immer wunderbar ist mit Jor-Claude zu
00:23:53: sprechen.".
00:23:57: Und das war sie die erste Folge der neuen Staffel von Potts und Die Welt!
00:24:01: Wenn Ihnen diese Folge oder der Podcast insgesamt gefallen dann empfehlen Sie uns doch... Gerne weiter und lassen uns eine Bewertung oder Kommentare im Podcatcher Ihrer Wahl da.
00:24:11: Tschüss für heute, sagen Martin Bielecki!
00:24:13: Und Katharina Peetz, wir hören uns wenn Sie mögen in zwei Wochen wieder – bis dahin machen sie es gut.
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